thomas.dohmke.de - tagged with paris http://thomas.dohmke.de/feed en-us http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sweetcron thomas@dohmke.de Paris: Sonntag http://thomas.dohmke.de/items/view/215/paris-sonntag

Sonntag in Paris. Die Sonne scheint, so richtiges Sonntagswetter. Nach einem guten Frühstück im Hotel (Kaffee, Grapefruitsaft, Müsli, und Minibaguettes mit Honig) fahren wir mit der Metrolinie 4 zur Île de la Cité, dem ältesten Pariser Stadtteil.

Metrofahren scheint ein zweischneidiges Schwert zu sein. Auf der einen Seite ist es günstig (einfache Fahrt für 1,40€) und die Bahnen kommen oft. Auf der anderen Seite ist es meistens völlig überfüllt und in den Zügen riecht es als hätte jemand in die Ecke uriniert.

An unserem Ziel erwarten uns laut Reiseführer zwei Höhepunkte: die Kirchen Sainte-Chapelle und Notre-Dame. Um überhaupt in die Nähe von Sainte-Chapelle zu gelangen, muss man durch den Palais de Justice gehen. Davor ist die übliche Warteschlange, 250m lang und mindestens eine halbe Stunde Wartezeit. Darauf haben wir heute keine Lust. Wir laufen lieber entlang der Seine erst zur westlichen Spitze der Insel, von wo aus wir ein paar Fotos mit mit uns und dem Louvre im Hintergrund machen, und dann in entgegengesetzer Richtung zu Notre-Dame. Es ist wie ein Zug von Menschen, in den wir uns einreihen und in dessen Sog wir bis hinein in Notre-Dame gezogen werden. Innen hat gerade der Gottesdienst begonnen, die Besucher dürfen trotzdem entlang der Außenmauern einmal rundrum gehen. Die Architektur ist grandios, mehr fasziniert mich aber das Prozedere, mit denen sich die Massen vor und hinter mir durch die Kirche schieben, permanent mit Blitz in jede Richtung fotografieren und das auch noch offiziell nicht verboten ist.

Zwei Stunden später erreichen wir zu Fuß das Centre Pompidou, wenn man so will, das Museum of Modern Art von Paris. Schon das Gebäude an sich ist ein Meisterwerk, so einzigartig wie Notre-Dame, wenn auch im völligen Kontrast zu diesem. Dazu zwei Warteschlangen, eine um in das Gebäude zu gelangen, die zwar optisch lang ist, aber recht zügig voran geht, einen innen am Ticketschalter (die Ticketautomaten sind leider defekt), die sich Dank des kostenlosen Internetzugangs per WLAN und iPhone aber mit einem E-Mail-Update und der Erkenntnis, ob Napoleon eigentlich Kinder hatte, vergnüglich überbücken lässt. Das Museum finde ich wesentlich spannender als den Louvre (nicht alle Mitreisenden stimmen darin mit mir überein), einer meiner Favoriten ist Joseph Beuys' Treuegelöbnis: zwei Räume mit Filz als Dämmmaterial ausgekleidet und darin ein Flügel.

Später trinken wir noch Kaffee im Starbucks und noch später essen wir Sushi im Sushishop. Sehr leckeres Sushi. Dann endet unser Sonntag in der Stadt der Liebe.

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Wed, 06 Feb 2008 21:01:00 +0100 http://thomas.dohmke.de/items/view/215/paris-sonntag
Paris: Auf zum Louvre http://thomas.dohmke.de/items/view/216/paris-auf-zum-louvre

Morgens um acht in Paris. Der Wecker klingelt. Ein Blick zum Fenster, es sieht noch ziemlich dunkel aus, da draußen. Ist es wirklich schon acht? Ein prüfender Blick zur Uhr. Ja. Die Dunkelheit kommt vom Regen. Paris bei Regen.

Schon gestern hatten wir entschieden, nicht im Hotel zu Frühstücken (7,50€ pro Person), sondern in der Innenstadt ein nettes Café zu suchen. Trotz des Regens und ohne Schirm machen wir uns also nach einer lauwarmen Dusche auf den Fußweg. Die Straßen sind noch ziemlich leer, nur hier und da begegnet uns jemand. Als wir das neunte Arondisment nahezu durchquert haben, finden wir doch noch ein für alle Mitreisenden akzeptables Etablissement. Café Sofa. Wobei die Sofas eher an die alten Sitze in der S-Bahn erinnern. Rotes Kunstleder auf engen Bänken. Ich esse ein Omelette mit Käse und Kartoffeln (9,00€). Dazu ein Capucino (5,00€). Kein Meisterwerk der Kochkunst, aber ganz ok.

So gestärkt geht es weiter zum Höhepunkt des Tages: Musée du Louvre. Der Regen hat mittlerweile aufgehört. Vor der gläsernen Pyramide, die seit 1989 der neue Haupteingang ist, haben sich schon beträchtliche Schlangen gebildet. Laut Reiseführer gibt es doch irgendwo einen Nebeneingang? Nach einer Runde um den Block stehen wir wieder vor der Pyramide. So heißt es in den sauren Apfel beißen und anstellen. Die Hälfte der Reisegruppe verabschiedet sich, keine Lust auf Warteschlange. Geschätze 10 Minuten später fahren wir die Rolltreppe in die Pyramide runter. Das ging ja schneller als gedacht. Zu früh gefreut, denn nun heißt es Warten für eine Eintrittskarte (9,00€), an der Gaderobe (kostenlos), und beim multimedialen Navigatordingens (6,00€). Letzterer ist nicht nur das übliche Gerät mit Kopfhörer und Nummerneingabe, nein es gibt einen überdimensionalen PDA mit Stylus, zoombaren Karten des Museums und verschiedenen Sprachen. Allerdings ist deutsch nicht verfügbar, so müssen wir uns mit englisch zufrieden stellen.

Damit ausgestattet kämpfen wir uns durch den Louvre, immer dabei ein Gefühl wie auf dem Weihnachtsmarkt. Im Schneckentempo hinter Menschenmassen vorbei an den Buden Gemälden. Vor der Mona Lisa eine Traube von Leuten mit nach oben gestreckten Händen und Fotoapparaten. Dabei ist ein Foto von der Mona Lisa doch nun wirklich nichts besonderes. Oder doch? Überhaupt wird bei vielen Bildern fotografiert und gefilmt, was das Zeug hält, wer auch immer sich das dann anschauen muss. Wenige Leute schauen sich wirklich die Bilder an, stattdessen wird ein Foto gemacht und weiter geht's. Wo ist nur die Liebe zur Kunst geblieben in der Stadt der Liebe?

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Wed, 06 Feb 2008 20:53:00 +0100 http://thomas.dohmke.de/items/view/216/paris-auf-zum-louvre
Paris: Die Anreise http://thomas.dohmke.de/items/view/14/paris-die-anreise

Fast vier Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal nach Paris reisen wollte. Eine bakterielle Darmentzündung hatte mich damals aufgehalten und für eine Woche ans Bett gefesselt. Die Pläne waren längst vergessen als wir in diesem Sommer über Silvester redeten, aber irgendwie kamen wir auf Paris und buchten nach den üblichen Diskussionen dann doch relativ spontan sechs Übernachtungen im Hotel Le Regent Montmartre. Neuntes Arrondissement, mit Blick auf Sacré-Cœur.

Auch die Art und Weise wie wir nach Paris kommen würden, war schnell klar. Mit dem TGV. Von Stuttgart nach Paris in 3:40h. Wie cool ist das denn! Zu viert, hin und zurück, für geradezu unglaubliche 237,00€. Nur das Kaufen der Tickets war für moderne Zeiten wunderlich schwierig, aus unbekannten Gründen konnte man das nur am Bahnhof. Nach 30 Minuten Anstehen am Schalter.

Heute ging es also los. Vier Personen, drei Reisentaschen, drei Zeitschriften, zwei Reiseführer und ein iPhone. Die Zugfahrt war unspektakulär, kurzweilig und ruhig (bis auf den Ding-Dong vor jeder Ansage). Niemand kam vorbei, um Croissants oder Kaffee zu verkaufen, und der Espresso aus dem Bistro war eher mies, aber sonst gab es echt nichts zu meckern.

Pünktlich um kurz nach halb fünf erreichten wir den Pariser Ostbahnhof, und legten dann den Weg zum Hotel zu Fuß zurück. Ungefähr 1,5km Richtung Nordwesten. Den Rollkoffer immer hinter uns, kreuz und quer durch die Passanten des Freitagnachmittags.

Wenig später, es war schon dunkel, stiegen wir die Treppen zu Sacré-Cœur hinauf. Von oben bot sich ein weiter Blick über Paris bei Nacht, hier Notre-Dame, dort, hinter ein paar Büschen versteckt, der Eiffelturm. Und so viele Lichter wir sahen, so viele Touristen zählten wir um uns herum. Zusammen standen wir dort, und betrachteten die Stadt der Liebe.

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Thu, 03 Jan 2008 20:24:00 +0100 http://thomas.dohmke.de/items/view/14/paris-die-anreise